Betreuungsleistungen in der Altenbetreuung nach 87b

In den Pflegeheimen sorgt ausgebildetes Pflegepersonal für den reibungslosen Ablauf des Alltags älterer Menschen. Doch es reicht nicht aus, nur deren Grundbedürfnisse wie die Nahrungsaufnahme und die individuell zugeschnittene medizinische Versorgung sicherzustellen. Natürlich benötigen Menschen in diesem Lebensabschnitt auch ein hohes Maß an Zuwendung und Aufmerksamkeit. Dafür haben Pflegekräfte oft keine Zeit. Dazu kommt, dass Kinder und Enkelkinder der Senioren heute oft weit weg leben. Sie haben durch Job und eigene Familien zu wenig Zeit, um sich ausreichend familiär zu engagieren.

Um den älteren Menschen dennoch zu einem abwechslungsreichen Alltag zu verhelfen, gibt es die Betreuungskräfte nach §87b III SGB XI. Sie sorgen dafür, dass die Bewohner der Pflegeheime entsprechend gefördert und gefordert werden. Denn: Je weniger ein Mensch gefordert wird, desto schneller verkümmert er geistig. Die Aufgabe der Betreuungsassistenten nach 87b ist es also, ältere Menschen zu anregenden Tätigkeiten zu motivieren. So können diese auch in einem hohen Lebensalter noch aktiv am sozialen Leben teilnehmen.

Auch sollten Betreuungskräfte ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der älteren Menschen haben. Sie sollten einfühlsam mit ihnen umgehen und mit ihnen kommunizieren können. Gerade im Umgang mit älteren Menschen, die psychische Erkrankungen haben, geistig behindert sind oder mit Demenz leben, ist ein feinfühliger Umgang unerlässlich.

Wie sieht die Freizeitgestaltung konkret aus?

Der Einsatz von Betreuungskräften nach §87b wurde im Jahr 2008 vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen GKV beschlossen. Ziel war es, die Lebensqualität der Bewohner von Pflegeeinrichtungen zu verbessern. Je nach Gesundheitszustand des Bewohners wird die Freizeit entweder in Form von Gruppenunternehmungen oder einzeln gestaltet.

Dafür kommen alle Aktivitäten in Betracht, die das Wohlbefinden der älteren Menschen steigern. Die positiven Einflüsse auf psychische oder körperliche Erkrankungen oder Gebrechen haben können. Dazu zählen in erster Linie Singen, Musizieren und Musik hören, Basteln, Malen und andere handwerkliche Beschäftigungen. Aber auch Kochen und Backen, sich um vorhandene Haustiere kümmern, gehören zu den Freizeitangeboten der Betreuungskräfte.

Neben Brett- und Kartenspielen organisieren sie aber auch Spaziergänge und Ausflüge oder den Besuch einer kulturellen Veranstaltung. Sie können zusätzlich mit den Senioren Fotoalben anschauen und gestalten, soweit sie können Tanz- und andere Bewegungsangebote nutzen. Nicht zuletzt lesen Betreuungskräfte älteren Menschen aus Büchern vor. Sie begleiten jene zu Gottesdiensten, Sportveranstaltungen oder motivieren sie zu leichten Gartenarbeiten.

Was sollte eine Betreuungsfachkraft nach 87b sgb 11 87b an Fähigkeiten mitbringen?

Sehr wichtig für eine Arbeit im sozialen Bereich ist die soziale Kompetenz. Sich einzufühlen in einen Menschen, in seine Sorgen und Ängste ist Grundvoraussetzung für diesen Beruf. Eine gute Beobachtungsgabe sollte ebenso vorhanden sein wie eine geschärfte Wahrnehmungsfähigkeit. Zudem sollte eine Betreuungskraft nach 87b sgb xi auch den Wunsch verspüren, anderen Menschen aufmerksam zuzuhören und ihnen helfen zu wollen. Denn dies ist die alltägliche Aufgabe von Betreuungskräften.

Eine positive Haltung gegenüber kranken, behinderten oder hilfsbedürftigen Menschen versteht sich von selbst. Um die Freizeit für die Senioren positiv gestalten zu können, sollte die Betreuungskraft über ein hohes Maß an Phantasie, Kreativität und Flexibilität verfügen, um auch in schwierigen Situationen angemessen zu reagieren. Eine gewisse Stressresistenz, Geduld und Gelassenheit ist im Umgang mit älteren Menschen auch essentiell, gerade bei bestimmten körperlichen und dementiellen Erkrankungen (Demenzbetreuung nach 87b).

Die eigene Psyche sollte stabil sein. Und: Eine Betreuungskraft 87b sgb xi sollte über die Fähigkeit verfügen, sich abzugrenzen. Die Sorgen der älteren Menschen dürfen nicht zu den eigenen werden! Da eine Betreuungskraft nach Paragraph 87b sgb xi eng mit dem Pflegepersonal zusammenarbeitet, ist Zuverlässigkeit ebenso wichtig wie Teamfähigkeit.

Wie erfolgt die Qualifizierung für Betreuungskräfte nach 87b sgb xi?

Für die Tätigkeit als Betreuungskraft gemäß 87b iii sgb xi ist keine pflegerische oder therapeutische Ausbildung notwendig. Es genügt die Qualifizierungsmaßnahme "Basiskurs Betreuungsarbeit in stationären Pflegeeinrichtungen". Diese Ausbildung geht über 100 Stunden. Zusätzlich muss ein zweiwöchiges Orientierungspraktikum in einer stationären Pflegeeinrichtung absolviert werden.

Dazu kommen diverse verpflichtende Fortbildungen (Weiterbildung nach 87b) über das Jahr verteilt. Dann steht der Ausübung dieser wertvollen und interessanten Tätigkeit nichts mehr im Weg. Das Gehalt für eine Betreuungskraft 87b liegt bei 1300-1800 Euro Brutto, je nach Bundesland.

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